Segelfreizeiten Drucken

 

Segelfreizeit mit der Bildungsstätte Jugendhof Knivsberg

 

Segelabenteuer

Segelfreizeit (18. - 21.Juli 2011)
Dänische Südsee zwischen Marstal und Faaborg

für Jungen und Mädchen aus Dänemark und Deutschland
Zielgruppe: 14 - 17 Jahre

 

Auf der Segelfreizeit möchten wir gerne das Segeln mit dem Abenteuer verbinden. An vier Tagen möchten wir euch seemannschaftliche Grundlagen und Kenntnisse mit und auf einen Jugendwanderkutter vermitteln. Außerdem erlernt ihr den Umgang mit den Jurten (Zelte) und das Kochen mit nur einem Topf. In den Sommerferien gehen wir vier Tage auf eine Entdeckungstour in die dänische Südsee  Wir erleben jede Menge Abenteuer auf kleinen Inseln. Wir müssen uns selbst verpflegen und für unser wohl ergehen Sorge tragen. Je nach Wetterlage werden wir verschiedene Übernachtungsplätze anlaufen. Diese Plätze liegen entweder in kleinen Yachthäfen oder in versteckten Buchten.

Alle Teilnehmer werden aktiv in das Geschehen an Bord eingebunden. Jeder erhält eine persönliche Aufgabe, die verlässlich auszuführen ist. Die Jugendkutter, die damals als Rettungsboote für die Hochsee konstruiert wurden, sind dafür besonders geeignet, da nur gemeinsames, koordiniertes Handeln zum Ziel führt.

Wer im Alter zwischen 14 – 17  Jahren Lust hat, nette Leute kennen zulernen, und außerdem noch segeln lernen möchte, kann mitfahren. Es ist hoffentlich selbstverständlich, dass jeder von Euch gut schwimmen kann. Die Segelfreizeit wird vom Verein SailAdventure pädagogisch betreut.
Eure Eltern müssen Euch, wenn ihr minderjährig seit, die Segelfreizeit mit Ihrer Unterschrift genehmigen
Der Ort der Abholung wird von uns telefonisch bekannt gegeben.

liegen entweder in kleinen Yachthäfen oder in versteckten Buchten der Schlei oder an der Küste Dänemarks.

Diese Plätze

Anmeldungen unter: Bildungsstätte Jugendhof Knivsberg
( Deutsche Bildungsstätte)Dolle Dora
www.jugendhof-knivsberg.dk
Haderslevvej 484 Genner
DK 6230 Rödekro
Tel: +45 7369 8819
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Haende im wasser

Von uns gestellt wird:

  • Schwimmwesten
  • wasserdichte Säcke
  • Zelte



Der Törnbericht

von Finn-Robin Schufft

 

Finn Robin Schufft besucht die 6. Klasse des Gymnasiums in Trittau und ist der Autor dieses Berichtes.

Eine Woche Kuttersegeln

Am 26. Juli dieses Jahres starteten ich und vier weitere Freunde eine einwöchige Segeltour mit meinem Onkel und seinem Jugendkutter "Rugard" durch die dänische Ostsee. Wir starteten im Museumshafen in Flensburg. Dort wurde uns erst einmal klar gemacht, was uns bevorstände: Rauer Wind und Regen! Allerdings sollten wir - wie sich später herausstellte größtenteils (betone GRÖSSTENTEILS) - verschont bleiben.

Schon letztes Jahr hatten einige von uns an der Tour teilgenommen. Die Rückfahrt war damals sehr stürmisch gewesen, wir hatten sehr hohen Wellengang gehabt und einige von uns hatten spuckend über der Bordwand gehangen. Doch zurück nach Flensburg. Nach dem Abschied von den Eltern wurden die Segel gehisst und los ging es. Jeder an Bord hatte eine Aufgabe: Zwei Leute waren für die Fockschoten zuständig, das sind die Taue mit denen das vorderste von drei Segeln, die Fock, gehalten wird, außerdem waren zwei Leute für das mittlere Segel, das Großsegel, zuständig. Der Besan, das hinterste Segel, hat nur eine Schot, die Besanschot, welche meist vom Skipper, meinem Onkel Matthias, bedient wurde. Für unser Gepäck hatten wir in Flensburg jeder eine kleine Tonne bekommen, in die nicht viel rein passte. Deshalb gehörten stinkende T-Shirts zum Alltag an Bord.

Das Leben an Bord war auch in anderer Hinsicht ungewohnt. Wie ja allen klar war, gab es keine Toiletten an Bord. Gepinkelt wurde deshalb in die Pütz, eine Kelle zum Ausschöpfen des Bootes. Am ersten Tag ging es durch die Flensburger Förde an den Ochseninseln und Sonderborg vorbei nach Horuphavn. Wir machten gute Fahrt. Bis zu 6 1/2 Knoten fuhren wir. Als wir ankamen wurde ausgepackt, die Zelte aufgebaut, gegrillt und schließlich geschlafen. Wir fünf Jungen drängten uns in ein Viermann-Zelt. In der Nacht regnete es und morgens tropfte es von der Zeltdecke, ein paar Nächte später erwischte es uns aber um einiges schlimmer.

Nachdem ausgiebig gefrühstückt und Brote für die Fahrt geschmiert wurden, kehrte mein Freund Jona zu seiner Lieblingsbeschäftigung zurück: Krabben angeln! Nachdem alle Aufgaben erledigt waren, ging es wieder los. Wir wollten durch den Sund bei Sonderborg zu einem Wildcampingplatz zu segeln. Bei einem kurzen Zwischenstopp im Hafen von Sonderborg mussten wir einkaufen, denn auf dem Wildcampingplatz wollten wir zwei Nächte bleiben. Als wir ankamen, mussten wir erst einmal an den angriffslustigen Gänsen vorbei, die dort wohnten. Bald erfuhren wir warum dieser Ort als "Wildcampingplatz" bezeichnet wurde, denn das einzige Klo war eine Art Plumpsklo und gepinkelt wurde in die Büsche. Zum Abendessen gab es eine für meinen Geschmack viel zu scharfe Gemüsesuppe. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Boot raus zum Angeln. Es wehte ein rauer Wind, und wir hatten ein tolles Tempo drauf. Rekord an diesem Tag waren fast 8 Knoten! Paul wurde schlecht, und schließlich mussten wir wegen des starken Windes das Großsegel reffen. Dominik fing einen Hornhecht, mit einer Kinderangel! Als wir schließlich wieder im Hafen waren, war ich der einzige, der mit unserem mitgebrachtem Optimisten segeln wollte. Die Anderen angelten Krabben - wie immer! Abends gab es Hornhecht mit Gemüsesuppe. Danach saßen wir mit einer anderen Jugendgruppe, die auch dort zeltete, am Feuer zusammen.

Am nächsten Tag ließen wir uns Zeit. Wir hatten keine lange Strecke vor uns und beim Segeln ging es relativ gemütlich zu. Doch ausgerechnet an diesem Tag erlebten wir etwas, was wir nicht so schnell vergaßen. Es war gerade nicht viel Wind, fast eine Flaute. Plötzlich legte sich eine Yacht vor uns so auf die Seite, dass sich die Segel nur noch einen Meter über dem Wasserspiegel befanden. Doch wir hatten keine Zeit uns darüber zu wundern, denn im selben Augenblick passierte uns das Gleiche. "Alle über die Bordwand raus lehnen", rief Matthias. Kai, unser 2. Betreuer, versuchte aus der Bö heraus zu segeln, indem in den Wind steuerte, was ihm auch gelungen wäre, wenn nicht der Wind plötzlich gedreht hätte. Augenblicklich kippte unser Kutter in die entgegen gesetzte Richtung. "Auf die andere Seite" brüllte Matthias, und mit einem Hechtsprung waren alle dort. Jetzt wurden die Schoten gelöst, so dass die Segel frei im Wind flatterten. Später lobte uns der Skipper für dieses Manöver. Glücklich kamen wir schließlich in der Genner Bucht an. Es gab Nudeln mit Pesto zum Abendbrot. Beim Kochen musste übrigens jeder mit anpacken und abgewaschen wurde selbstverständlich von uns selbst. Da gutes Wetter angesagt war und es warm war, wollten wir draußen schlafen. Zur Sicherheit deckten wir noch eine Persenning über unseren Schlafplatz. Wir freuten uns über diese Abwechslung.

Das erste Mal wachten wir um 5 Uhr morgens auf. Mein Schlafsack, meine Isomatte und die Persenning waren nass, und es goss in Strömen. Trotzdem schliefen wir wieder ein. Als wir das zweite Mal aufwachten, war es 6.30 Uhr. Meine Isomatte triefte und in meinem Schlafsack stand das Wasser. Zu unserem Glück gab es dort eine Seglerhütte mit einem Trockner für unsere Schlafsäcke. Nach einer verspäteten Abreise beschlossen wir auf der Fahrt nach Brunsnaes in Sonderborg essen zu gehen und dann im Dunkeln nach Brunsnaes zu segeln.

Gesagt, getan. Nachtsegeln ist toll. Jona, Kai und Dominik fingen 5 Dorsche, und ich döste schon mal ein bisschen. Noch mal versuchten wir es in dieser Nacht mit dem Draußen Schlafen. Es gab einen wunderschönen Sternenhimmel, und morgens sah ich als erstes einen blauen Himmel. Einige von uns besichtigten ein altes Ziegeleimuseum in Brunsnaes. Danach begann eine langsame Rückfahrt nach Flensburg. Im Flensburger Hafen sahen wir riesige Quallenschwärme.

Die Eltern waren schon da und nach einem freudigen Wiedersehen ging es wieder nach Hause.